3-Teiche - Wanderung am Rande Darmstadts

3-teicheUnser Wandersonntag Ende September begann mit einem ordentlichen Regenschauer zur Frühstückszeit. Diejenigen, die sich nicht abschrecken ließen, wurden mit einem trockenen, zunehmend auflockernden prächtigen Wanderwetter belohnt!

Ausgangspunkt der Wanderung war das Löwentor am Rande des Parks Rosenhöhe im Osten Darmstadts, das schon auf die für Darmstadt wichtige Jugendstilzeit verweist.

Letzte blühende Rosen verschönten den Gang durch diesen historischen Park, den Großherzogin Wilhelmine Anfang des 19. Jahrhunderts anlegen ließ. Hier befinden sich auch die Gräber der großherzoglichen Familie.

Über das abgeerntete Oberfeld mit Blick auf Ludwigshöhturm und Melibokus, ging es vorbei am Steinbrückerteich zum Jagdschloss Kranichstein, das 1578 für Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt erbaut wurde und einer der wenigen erhaltenen barocken Jagdhöfe Deutschlands ist.

Im benachbarten Backhausteich wurden zur damaligen Zeit Fische für die lange Fastenzeit gezüchtet. Durch ausgedehnte Wälder wanderten wir zum nächsten Teich, der Grube Prinz von Hessen, heute ein beliebter Badeteich vor den Toren Darmstadts, bis 1924 eine Braunkohle-Tagebau-Grube.

Hier rasteten wir, genossen den Blick über den frühherbstlich-ruhigen Teich und staunten nicht schlecht über einen einsamen Schwimmer, der seine Runden zog.

In einem großen Bogen ging es nun Richtung Westen zurück zum Oberfeld und weiter auf die Mathildenhöhe, dem Jugendstilzentrum Darmstadts, mit dem berühmten Hochzeitsturm, einem Geschenk der Darmstädter anlässlich der Hochzeit Ihres Großherzogs Ernst-Ludwig.

Gleich neben an steht die Russische Kapelle auf importierter russischen Erde, errichtet von Zar Nikolaus II., dessen Frau Alexandra eine gebürtige Prinzessin von Hessen-Darmstadt war. Auch heute werden hier regelmäßig russisch-orthodoxe Gottesdienste gehalten.

Der Architekt dieser Kapelle, Léon N. Benois war der Großvater von Peter Ustinov.

Auf der Mathildenhöhe befinden sich noch zahlreiche Häuser der Darmstädter Künstlerkolonie, die von 1899 – 1914 durch den Großherzog ins Leben gerufen und finanziert wurde. Unter dem Motto „Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst" förderte er die Verbindung von Kunst und Handwerk zum Wohle der Wirtschaft des Großherzogtums.

Aus den vier Ausstellungen ab 1901 blieben das gemeinsame Ateliergebäude, das „Ausstellungsgebäude für freie Kunst" und zahlreiche Wohngebäude der dort arbeitenden Künstler, die ein einzigartiges Ensemble bilden, erhalten.

Nach gut 16 km Wanderung, dem abschließenden Rundgang über die Mathildenhöhe und durch einen wunderbar naturnahen Garten aus dem Projekt „Tag der offenen Pforte" kehrten wir zufrieden heim!

Text: Anne Wörner

Bilder: Helmut Schumacher

 
   
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